Kultur im Klostergarten

Kultur im Klostergarten

Im Juni finden jährlich zwei Veranstaltungen im Klostergarten vor der Kulisse der historischen Gebäude des ehemaligen Benediktinerinnenklosters statt.

Am ersten Sonntag im Juni beteiligt sich die Gemeinde mit dem Heimatverein am „Tag der Gärten und Parks“. Neben zwei Führungen durch die Gartenanlage – in der Regel mit musikalischen Beiträgen – gibt es nachmittags ein Café am Gewölbekeller, das von den Herzebrocker Landfrauen betreut wird.

Geplant wird jährlich auch eine Literaturwanderung durch den Klostergarten. Neben Textlesungen mit Lyrik oder Prosa an verschiedenen Stationen in der ehem. Klosteranlage gibt es auch ergänzende musikalische Programmpunkte, die zum "Nachdenken" des Gehörten anregen sollen.

Literaturwanderungen am 18. und 22. August 2020

„Mit Rilke durch den Klostergarten“

Stille – Wahrnehmungen – Resonanzen – Gedichte aus dem „Stunden-Buch“, „Aus dem mönchischen Leben“ und andere poetische Texte von Rainer Maria Rilke: Pfarrer Rainer Moritz aus Rheda führte bei zwei literarisch-musikalischen Rundgängen an den Abenden des 18. und 22. Augusts durch den Herzebrocker Klostergarten. Er rezitierte, interpretierte und veranschaulichte  die Rilke-Texte als Vertiefungen zur Ich-Suche und Selbstfindung. Er stellte Verbindungen mit der Ausstrahlung der historischen Klosteranlage im Speziellen, aber auch mit dem Klosterleben im Allgemeinen her.

"Rilke ist ein Meister der Wahrnehmung", erläuterte Moritz und schilderte den österreichischen Lyriker als Menschen, der zwischen Hochstimmung und Depressionen schwankte; aus dem die Worte manchmal nur so herausflossen, der aber auch immer wieder unter Schreibblockaden litt. Was er trotz allem an Dichtkunst schuf, zieht die Zeitgenossen auch heute noch in den Bann.

Beide Abende wurden so für die zahlreichen Besucher zu einem stimmungsvollen, eindrucksstarken Gesamterlebnis aus gesprochenem Wort, visueller Wahrnehmung und musikalischen Improvisationen - auf verschiedenen Instrumenten dargeboten. Ein herzliches Dankeschön für diese inspirierenden Rundgänge gilt dem Ausführenden, dem Pfarrer, Rezitator und Musiker.

 

 

„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.“

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Tag der Gärten und Parks 2019

Der Tag der Gärten und Parks unter dem Motto "Gartengeheimnisse" ist am Pfingstsonntag in Herzebrock auf regen Zuspruch gestoßen. An zwei Rundgängen unter Leitung von Heimatvereins-Mitglied Karl-Hermann Schlepphorst durch das 4,2 Hektar große Parkgelände beteiligten sich rund 80 Gäste. Sie erfuhren interessante Details zur Klostergeschichte sowie zur Nutzung des Klostergartens und seiner zwischen 2001 und 2005 erfolgten Rekonstruktion .

Nach Schlepphorsts Worten eröffnen die geschwungenen Wege in der Anlage immer wieder neue Perspektiven und Blickachsen. Davon konnten sich die Besucher während des informativen Rundgangs überzeugen. Mehr als 90 Obstbäume stehen auf dem Areal. Besondere Augenweide ist der Rosengarten, in dem Sorten des bekannten englichen Züchters David Austin zu bewundern sind.

Selbst für Einheimische bot Schlepphorst als Kenner der Materie noch Überraschendes. Die heute nur noch an einem Abschnitt vorhandene Gräfte umschloss laut seinen Ausführungen früher fast das ganze Kloster. "Nach 1945 wurde Teile der Gräfte mit dem ersten Wohlstandsmüll verfüllt", erläuterte der sachkundige Heimatfreund.

Passend zum Thema „Gartengeheimnisse“ machte Schlepphorst am Ende seiner Führung im Pastoratsgarten auf eine Stele aufmerksam, die durch eine Öffnung einen herrlichen Blick auf die Herzebrocker Kirche ermöglicht.

Musikalisch sorgte während der Rundgänge Claudia Erlenkötter aus Rheda-Wiedenbrück mit den Klängen ihrer Klarinette für eine besondere Atmosphäre. Sie spielte unter anderem einen Satz aus dem letzten Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart und das bekannte Liebeslied "Bridge over Troubled Water" von Simon and Garfunkel.

Zum Programm des Gartentags zählte zudem das Café der Landfrauen im und am Gewölbekeller des Nordflügels. Willy Zurwonne aus Oelde gestaltete mit Gitarre und Gesang hier den musikalischen Rahmen.

Tag der Gärten und Parks

Literaturwanderung durch den Klostergarten