Stellwerkmuseum am Bahnhof
In den Jahren 2009 bis 2012 wurde das Bahnhofsumfeld durch die Gemeinde Herzebrock-Clarholz mit Fördergeldern des Landes zu einem Bus-Schiene-Verknüpfungspunkt in zwei Bauabschnitten umgestaltet.
Leider konnten das Bahnhofsgebäude und der in Fachwerk gebaute Lagerschuppen nicht erhalten werden. Die von Vorneherein bestehende Planungsidee, zumindest das alte mechanische Stellwerk als musealen Teil des Bahnhofs bestehen zu lassen, konnte jedoch verwirklicht werden.
In dem mit neuen Fenstern und Glasflächen versehenen architektonisch ergänzten Gebäude erzählen die Hebelbank für Weichen und Signale, eine Schrankenkurbel und Steuerungs- und Fernmeldetechnik von früherer Bahngeschichte. Die DB-Netz AG bezeichnete das Stellwerkprojekt in Herzebrock als einmalig in Deutschland.
Das zwischen Stellwerk und heutigen Bahnsteig liegende Segment von „Gleis 1“, ein Doppel-Flügelsignal und eine Weichenlaterne sowie eine Skulptur aus zwei Schienensträngen sind weitere historische Elemente im Bahnhofsvorplatz.
Alte Bahnhofsuhr für das Stellwerk-Museum
Im Mai 2012 wurde der Betrieb des mechanischen Stellwerks am Herzebrocker Bahnhof eingestellt. Die komplette Steuerung des Zugbetriebs auf der Strecke des „Warendorfers“ und die Sicherungstechnik erfolgen seitdem über ein digitales Zentralstellwerk in Coesfeld. Vieles hat sich von da an im Bahnhofsumfeld verändert, geblieben ist jedoch das historische Stellwerk, quasi als museales, bauliches Zeugnis der Bahngeschichte in Herzebrock.
Der Erhalt des Stellwerkgebäudes und seine Integration in die Planung des Bahnhofsumfelds wurde seinerzeit von Eisenbahnern als Besonderheit bezeichnet. So meldeten sich begeisterte Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland (Ochtrup) und stellten für das Gebäude einige bahnhistorische Gegenstände zur Verfügung.
Um die Reinigung und den Farbanstrich einer alten Bahnhofsuhr wollte sich der Heimatverein kümmern. Damals gab es auch Überlegungen, diese Uhr außen am Stellwerk anzubringen und wieder in Betrieb zu nehmen. Zunächst schienen die technischen Voraussetzungen dafür gegeben, zumal die innere Technik der analog-elektrischen Uhr vollständig vorhanden ist. Zwischenzeitlich ist die Funkverbindung zur Zentraluhr der Bahn nach Frankfurt aber gestört. Auch angesichts des zunehmenden Vandalismus am Bahnhof wurde der ursprüngliche Plan immer wieder zurückgestellt und nun verworfen.
Dennoch: Heimatvereinsmitglied Hermann Klüsener hatte die Uhr schließlich gereinigt und ihr Gehäuse gestrichen. So wurde es jetzt Zeit, die Uhr wenigstens als Ausstellungsobjekt im Stellwerk gut sichtbar von außen aufzustellen. Den Transport übernahmen Hermann Klüsener und Karl-Hermann Schlepphorst, ganz zur Freude von Archivar Karlheinz Buddenborg und unter Teilnahme von Jörn Seidl vom Gebäudemanagement der Gemeinde.











