Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2020

Die Jahreshauptversammlung wird am Sonntag, dem 29. März, ab 19 Uhr im Saal des Kolpinghauses ("Lila Schaf") ausgerichtet.

Jahreshauptversammlung vom 17. März 2019

Protokoll der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Herzebrock e.V. vom 17.03.2019 im Kolpinghaus/Lila Schaf

Anwesend waren 74 Personen lt. Liste

Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr

TOP 1. Begrüßung

Der 1. Vorsitzende des Heimatvereins Hans-Hermann Strickmann eröffnet die Jahreshauptversammlung und begrüßt die Anwesenden. Es fehlen entschuldigt der Ehrenvorsitzende Erwin Kriesche, Ortsheimatpfleger Dieter Mersmann und die 2. Kassiererin Heike Krohn. Im Falle seiner Teilnahme wäre Erwin Kriesche zum 60. Mal (!) ununterbrochen auf einer Jahreshauptversammlung des Heimatvereins gewesen.

TOP 2. Totenehrung

Es folgt die Totenehrung, zu der sich die Anwesenden von den Plätzen erheben. Der 1. Vorsitzende ruft die Namen der verstorbenen Vereinsmitglieder des vergangenen Jahres in Erinnerung.

TOP 3. Jahresbericht

Der 1. Schriftführer Ralf Ostermann trägt den Jahresbericht 2018 mit den Aktivitäten des Heimatvereins vor (siehe Anlage zum Protokoll). Höhepunkte waren die Kulturfahrt zum Kloster Corvey, die Drei-Tagesfahrt nach Limburg und vor allem der KunstGenuss am Kloster mit mehr als 2000 Besuchern. Zu allen Veranstaltungen werden per Beamer Bilder auf eine Leinwand projiziert.

Zudem zog sich das Thema „Wie geht es weiter mit dem Heimatmuseum?“ wie ein roter Faden durch die Vorstandsarbeit des vergangenen Jahres. Auch der neue Internetauftritt beschäftigte den Vorstand intensiv.

TOP 4. Bericht des Archivars

Der 1. Archivar Karlheinz Buddenborg referiert über die Arbeit in den Museen und die Sonderausstellungen. Er spricht von einem konstanten Besucherzustrom. Die Sommerausstellung befasste sich mit Leben und Wirken des Herzebrocker Bildhauers und Heimatfreundes Bernhard Vielstädte. Die Winterausstellung gestalteten Schüler der Von-Zumbuch-Schule mit Arbeiten zum Thema „Menschen, Tiere und Subjekte“. (Siehe Anlage zu diesem Protokoll)

TOP 5. Kassenbericht

Die 1. Kassiererin Maria Meyer Berhorn trägt den Mitgliedern die Ein- und Ausgabevorgänge im Jahr 2018 für den Verein vor – inklusive Museen und KunstGenuss. Dazu keine Fragen seitens der Mitglieder.

TOP 6. Kassenprüfungsbericht

Die Kassenprüfung übernahmen im März Rudolf Schnitker und Eleonore Herden. Schnitker bescheinigt der Kassiererin eine vorbildliche Kassenführung und dankt für die gute, umfangreiche Arbeit.

TOP 7. Entlastung des Vorstandes

Im Anschluss bittet Rudolf Schnitker die Mitglieder, Kassiererin Maria Meyer Berhorn und den Vorstand zu entlasten. Die Versammlung folgt dem Vorschlag einstimmig mit Handzeichen.

Da Eleonore Herden satzungsgemäß als Kassenprüferin ausscheidet, wird Ralf Herfert für die Nachfolge vorgeschlagen und einstimmig von der Versammlung gewählt.

TOP 8.  Wahlen

Auf Vorschlag des 1. Vorsitzenden Hans-Hermann Strickmann übernimmt Bürgermeister Marco Diethelm kurzfristig die Rolle des Wahlleiters. Laut Satzung des Heimatvereins müssen drei Positionen neu bestimmt bzw. die Amtsinhaber wiedergewählt werden.

Auf Vorschlag Diethelms werden einstimmig wiedergewählt:

8.1 der 1.  Vorsitzende Hans-Hermann Strickmann

8.2 der 2. Archivar Hans-Bernhard Vielstädte

Hans-Hermann Strickmann berichtet, dass die 2. Schriftführerin Annette Schlepphorst nach acht Jahren Mitarbeit im Vorstand ihr Amt aufgeben will. Zur Nachfolge vorgeschlagen und ebenfalls einstimmig gewählt wird:

8.3 2. Schriftführerin Judith Ahlke

Die Gewählten nehmen die Wahl an. Strickmann bedankt sich bei Annette Schlepphorst für ihre Arbeit im Vorstand, vor allem für die Organisation der Drei-Tagesfahrten sowie die Planung und Durchführung des KunstGenusses. Der 1. Vorsitzende überreicht als Geschenk einen Füller mit eingraviertem Namen.

TOP 9. Kurzbericht zu den Veranstaltungen in 2019

Mit einem flotten Reim von Wilhelm Busch wirbt Annette Schlepphorst für die Teilnahme an der diesjährigen Drei-Tagesfahrt im August nach Lübeck. Der Gesamtpreis pro Person liegt bei 278 Euro. Am ersten Tag ist eine Altstadtführung mit Abendessen geplant. Am zweiten Tag wartet auf die Reisegruppe eine Führung durch das St.-Anna-Kloster mit anschließendem Abendessen im Ratskeller. Für den dritten Tag ist eine Schiffsfahrt auf der Trave nach Travemünde vorgesehen. Bis zum 17. März lagen für die Fahrt 20 Anmeldungen vor. Fragen zur Fahrt beantwortet Annette Schlepphorst gerne auch per Telefon.

TOP 10. Zukunft unseres Heimatmuseums

Zentrales Thema der Jahreshauptversammlung ist die Zukunft des Heimatmuseums.

10.1 Situationsbericht

Archivar Karlheinz Buddenborg schildert die derzeitige Mietsituation im Nordflügel des ehemaligen Klosters. Demnach hatte der 1981 geschlossene Mietvertrag zwischen Fürstenhaus und politischer Gemeinde eine Laufzeit von 30 Jahren, endete also im Jahr 2011. Der Vertrag wurde zweimal um je drei Jahre verlängert. Zum 30. September 2017 wurde er vom Fürstenhaus gekündigt. Das Heimatmuseum befindet sich laut Buddenborg seit annähernd zwei Jahren in einem „vertragslosen Duldungsdasein“. Für den Heimatverein dränge sich „die Frage der Wertschätzung des Museums“ durch die politischen Entscheidungsträger auf. Es sei an der Zeit, das über der Einrichtung schwebende Damoklesschwert zu beseitigen und ein langfristiges Nutzungsrecht zu schaffen, das dem Heimatverein eine Grundlage für eine zeitgemäße Präsentation der einzigartigen Ausstellungsstücke ermögliche.

10.2 Vortrag der Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann zur Neukonzeption
Christiane Hoffmann stellt die von ihr erarbeitete Neukonzeption der Ausstellung unter dem Motto „Herzebrocker Lebensbilder“ vor. Die Ortsgeschichte soll an prägenden Persönlichkeiten festgemacht werden. Um die künftige Ausstellung zu verschlanken, sollen Ausstellungsstücke  digitalisiert werden. Sie verschwänden aber nicht und können laut Hoffmann beispielsweise in Sonderausstellungen immer mal wieder präsentiert werden. Angedacht sind auch Hör- und Sehstationen, „um Dinge besser in den Blick nehmen“ zu können. Künftig komme es auch darauf an, eine Sammlungsstrategie zu entwickeln.

Die Kunsthistorikerin betont, dass sowohl der Ort des Heimatmuseums („ein wunderbares Objekt“) als auch viele Exponate Alleinstellungsmerkmale aufweisen. Das Kloster sei seinerzeit das älteste Frauenkloster im Bistum Osnabrück gewesen und stelle die Keimzelle der Ortsgeschichte dar. Um künftig auch auswärtige Ausstellungsstücke zeigen zu können, aber auch für eine zeitgemäße und schonende Präsentation eigener Exponate, müsse der derzeitige Museumsstandort zweifelsfrei konservatorisch und klimatisch ertüchtigt werden.

Im Anschluss an Hoffmanns Vortrag führt Archivar Karlheinz Buddenborg kurz aus, dass auch Dr. Hauke-Henrik Kutscher vom Westfälischen Museumsamt Münster bei einem Besuch die besondere Qualität der Objekte zur Klostergeschichte herausgestellt hat. Kutscher sprach demnach von Exponaten mit überlokaler Ausstrahlung und lobte die Unterbringung im historischen Gebäude. Buddenborg zusammenfassend: „Die besondere Qualität unseres Heimatmuseums wird in bemerkenswerter Hinsicht deutlich.“

10.3 Verhandlungsstand Mietsituation (Bürgermeister Marco Diethelm)

Zu aktuellen Verhandlungen mit dem Fürstenhaus nimmt Bürgermeister Marco Diethelm Stellung. Die Gemeinde hat dem Fürstenhaus demnach ein Angebot unterbreitet, das einen möglichen Mietpreis von drei Euro pro Quadratmeter vorsieht und sich auf die rund 280 Quadratmeter des Heimatmuseums im Nordflügel bezieht. Würde ein Mietvertrag über eine Dauer von rund 35 Jahren abgeschlossen,  sähe sich der Heimatverein unter Umständen in der Lage, Fördergelder zu beantragen, eventuell Sponsoren zu finden und ehrenamtliches Engagement einzubringen, mit denen eine notwendige Sanierung der Räumlichkeiten gestemmt werden könnte. Laut Diethelm steht eine Antwort des Fürstenhauses noch aus. Sollte das Angebot in Rheda nicht angenommen werden, glaubt Diethelm nicht daran, dass die Ratsfraktionen einer weiteren Anhebung des Mietpreises zustimmen würden. Das Gemeindeoberhaupt rät dem Heimatverein, über alternative Standorte nachzudenken.

Die beiden Vorsitzenden Hans-Hermann Strickmann und Dr. Achim Brandenburg haken nach, wer nun die Kosten für die Instandsetzung des Nordflügels trage. Im Verlauf wird deutlich, dass das Fürstenhaus sich offensichtlich nicht beteiligen will. Bürgermeister Diethelm betont, dass Fördergelder des Landes in das Gebäude fließen könnten und die politische Gemeinde bei der Beantragung behilflich sein könnte. In der Versammlung kommt Unmut auf: „Der Fürst macht nichts und bekommt dafür (über die Miete) noch Geld“, lautet eine Feststellung.

10.4.1 Aussprache zum Heimatmuseum

Die Vertreter von SPD (Ratsmitglied Luise Wessel) und CDU (Fraktionschef Bernhard Petermann) sagen ihre grundsätzliche Unterstützung für eine Zukunft des Heimatmuseums zu. „Es gibt aber Grenzen“, sagt Wessel bezüglich des Mietpreises. Man werde den Heimatverein bei der Suche nach alternativen Standorten unterstützen. Ähnlich äußert sich Petermann. Wenn mit dem Fürsten kein Kompromiss gefunden werde, müsste nach Alternativen gesucht werden mit dem Ziel, eine dauerhafte Lösung zu schaffen. Neben der Anmietung eines anderen Objektes sei auch ein Neubau zu erwägen. So könne „eine eigene Geschichte“ aufgebaut werden. Man sei aber nicht bereit, „den Fürsten zu sponsern“.

Heimatvereins-Vorsitzender Hans-Hermann Strickmann weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass als Alternativstandorte mehrere Gebäude im Bereich des Kirchplatzes denkbar seien. Konkret werde ein Gebäude gerade zum Verkauf angeboten. Sein Stellvertreter Dr. Achim Brandenburg schlägt vor, parallel zu den Gesprächen mit dem Fürstenhaus Bentheim-Tecklenburg einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen einem Neubau und dem Umbau eines alternativen, bereits bestehenden Gebäudes anzustellen.

Auch Vereinsmitglied Karl-Hermann Schlepphorst, von Berufswegen mit den Gegebenheiten bestens vertraut, plädiert dafür, neue Wege zu gehen: „Es ist an der Zeit, nach einem alternativen Standort zu suchen“, sagt er.

Heimatvereins-Vorsitzender Hans-Hermann Strickmann fragt den Bürgermeister nach einem Zeitraum, in dem die Verhandlungen mit dem Fürstenhaus abgeschlossen sein könnten. Der Bürgermeister antwortet, dass dieses durchaus mehrere Wochen dauern könnte. Der Vorsitzende deutet an, dass parallel zu den Verhandlungen, deren Ausgang zur Zeit noch ungewiss ist, Alternativen für einen Museumsstandort untersucht werden sollen.

Einstimmig spricht sich die Hauptversammlung daraufhin dafür aus, parallel zu den Verhandlungen mit dem Fürsten gemeinsam mit der Politik nach einem alternativen Standort für das Heimatmuseum Ausschau zu halten.

10.4.2 Aussprache allgemein

Hans-Hermann Strickmann erläutert das Audio-Projekt zum Buch von Else Wöstheinrich. Ihre Erinnerungen sollen auf Plattdeutsch eingesprochen und auf der Homepage veröffentlicht werden. Möglicherweise ist auch eine CD zum Buch denkbar.

Ein weiteres Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn erfolgen, die einen plattdeutschen Atlas erstellt. In Herzebrock werden nun fünf Personen gesucht, die den örtlichen plattdeutschen Dialekt noch gut beherrschen. Bernhard Funke erklärt sich spontan zum Mitmachen bereit.

Klaus Große Bockhorn berichtet über das Haus Micheel an der Gütersloher Straße, das ortsgeschichtlich als Geburtshaus von Anton Micheel (männlicher Part des bekannten Wanderarbeiter-Paares „Adam und Eva“) von erheblicher Bedeutung ist. Trotz intensiver Bemühungen des Heimatvereins fand sich kein Interessent für die Translozierung des Gebäudes, sodass es im Februar abgerissen wurde. Große Bockhorn sicherte immerhin den Hauseingang für spätere konservatorische bzw. museale Zwecke. Entnommene Holzproben aus den Wänden ergaben nach seiner Aussage, dass das Haus mehr als 420 Jahre und damit deutlich älter als gedacht ist. Das verwendete Eichenholz wurde demnach um 1591 gehauen. Das auf ein Alter von 250 Jahren geschätzte Haus Micheel muss also einen Vorgängerbau gehabt haben.

TOP 11. Impressionen zum neuen Internetauftritt des Heimatvereins

Hans-Hermann Strickmann und Schriftführer Ralf Ostermann erläutern mit Unterstützung von Beamer und Leinwand den neuen Internetauftritt des Heimatvereins. Sie präsentieren die verschiedenen Klick-Möglichkeiten, verweisen auf Termine, Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Bildergalerien.

Der 1. Vorsitzende Hans-Hermann Strickmann spricht den Teilnehmern seinen Dank aus und schließt die Versammlung gegen 21.20 Uhr.

Für das Protokoll:                                  

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Hans-Hermann Strickmann                                        Ralf Ostermann                        

1. Vorsitzender                                                          1. Schriftführer

 

Der Vorstand nach der Jahreshauptversammlung 2019:

1. Vorsitzender:      Hans-Hermann Strickmann   1. Archivar:          Karlheinz Buddenborg

2. Vorsitzender:      Dr. Achim Brandenburg         2. Archivar:          Hans-Bernhard Vielstädte

1. Kassenführerin:  Maria Meyer Berhorn            1. Schriftführer:     Ralf Ostermann

2. Kassenführerin:  Heike Krohn                             2. Schriftführerin:  Judith Ahlke

Ortsheimatpfleger:  Dieter Mersmann