Sagen und Legenden

Die Glockensage

Die Sage, die aus der historischen Klosterzeit stammt, handelt von einer Glocke der Herzebrocker Klosterkirche. Sie ist dem Volksmund nach vor vielen hundert Jahren in einem sumpfigen Teich nahe der heutigen Gütersloher Straße versunken.

Damals soll die Glocke noch schöner als alle anderen Kirchenglocken der Umgebung geklungen haben. Ihr Ruf soll weithin erklungen sein, als wenn man riefe: „We stiählt, de fällt! De Düwel en hält!“ (Wer stiehlt, der fällt! Der Teufel ihn hält!).

Die Sage erzählt: In einer stürmischen Nacht gelang es Ganoven, die Glocke mit Hilfe eines Wagens unbemerkt zu stehlen. Erst als eine junge Nonne zum Chorgebet läuten wollte, fiel der Diebstahl auf. Daraufhin folgten die Klosterknechte einer frischen Wagenspur. Sie befand sich ganz in der Nähe des Klosters. Als die Diebe, die noch nicht weit gekommen waren, die Windlichter ihrer Verfolger sahen, bogen sie ins Gebüsch ab. Durch die Finsternis erkannten sie den sumpfigen Teich nicht, in den sie samt der schweren Glocke versanken.

Der Legende nach spricht noch heute ein Mal jährlich eine Stimme aus dem Teich: „We stiählt, de fällt! De Düwel en hält!“ Da die Herzebrock-Clarholzer jedoch weder den Tag, noch die genaue Stunde kennen, an dem der Ruf aus dem Sumpf ertönt, können sie die Stimme auch nicht mehr hören.